Petra Durst-Benning – Kräuter der Provinz

Gegenwartsliteratur

 

Verlag: Blanvalet

Umschlaggestaltung: © Johannes Wiebel /punchdesign unter Verwendung von Motiven von Shutterstock.com  

ISBN-13: 978-3734100116

Seiten: 510 Seiten

Erschienen: 14. September 2015

 

Buchrückentext

„Bürgermeisterin Therese liebt ihre schwäbische Heimat – Wiesen mit sattgelbem Löwenzahn, ein paar sanft geschwungene Hügel und mittendrin Maierhofen. Doch die jungen Leute ziehen weg, und der Dorfplatz wird immer leerer. Als Therese krank wird und das Dorf kurz vor dem Aus steht, raufen sich alle Bewohner zusammen – seien es die drei Greisen, die immer auf der Bank sitzen, der linkische Metzgermeister Edi oder die schüchterne Christine. Und sie haben nur noch ein Ziel: ihre schöne kleine Stadt zu retten und das erste Genießerdorf entstehen zu lassen – einen Ort, an dem der echte Geschmack King ist!“

 

Meine Meinung

Die historischen Romane von Petra Durst-Benning fand ich bisher immer gut, ich war daher sehr gespannt, ob mich ihr erster Gegenwartsroman auch überzeugen konnte. Und ich muss sagen, ja – „Kräuter der Provinz“ ist ein schönes Buch, das sich leicht und locker lesen lässt und für zwischendurch einfach gut unterhält.

Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt in der Geschichte, in der eine Dorfgemeinschaft ihren eigenen Ort zu retten versucht, nachdem alle jungen Leute weggezogen sind und das Dorf Maierhofen auszusterben droht. Es ist eine illustre Runde an Menschen, die an diesem Projekt teilhaben, und so schrullig manche Charaktere auch sind, habe ich sie alle irgendwie in mein Herz geschlossen und daher auch mit ihnen gefiebert und gezittert, ob das Projekt, aus Maierhofen ein Genießerdorf zu machen, auch erfolgreich endet.

Toll fand ich vor allem, dass die Protagonisten eher zur Generation 40+ gehören und nicht beschönigt wird, mit welchen Problemen sie gerade kämpfen. Egal, ob es um ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen geht, Erkrankungen, die sich plötzlich bemerkbar machen oder auch die eingeschlichene Langeweile in der schon Jahrzehnte anhaltenden Ehe – hier schreibt die Geschichte wirklich das wahre Leben, und das hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschichte selber ist sicherlich an vielen Stellen vorhersehbar und vor einigen Klischees macht die Autorin auch keinen Halt, dennoch aber hat es Spaß gemacht, die bunte Truppe bei ihren Bemühungen zu begleiten, dabei die einzelnen Charaktere näher kennenzulernen und sich schließlich schon fast als Teil von ihnen zu fühlen. Das liegt sicherlich auch an dem einnehmenden, wenn auch einfachen Schreibstil, der sehr lebendig ist und das Dorf Maierhofen zum Leben erweckt. Egal ob es der linkische Metzgermeister Edy ist, der vegetarische Würstchen anbieten möchte, die typische Hausfrau Christine, die durch das Projekt ganz neue Seiten an sich entdeckt oder aber die junge Jessy, die immer wieder neue Ideen hat, wenn es darum geht, aus einfachem Meersalz etwas besonderes zu machen.

In Maierhofen ticken die Uhren einfach langsamer – und einmal im Dorf angekommen, setzte auch bei mir als Leserin eine Entschleunigung statt, und die habe ich sehr genossen. Man nimmt viel mehr in der Umgebung wahr, wird sich des Lebens wieder bewusster, lernt Dinge auf ein neues zu schätzen und findet Gefallen an dem, was wirklich wichtig ist im Leben. Und so hat dieser locker-leichte Roman mit seinen vielen verschiedenen liebenswerten Charakteren auch tatsächlich noch zum Nachdenken angeregt.

 

Mein Fazit

Eine locker-leichte Geschichte, die sich sehr gut lesen lässt und die durch vielen verschiedenen, oft sehr skurrilen, dafür aber liebenswerten Charaktere einfach zu bezirzen weiß. Ich habe mich in dem fiktiven Städtchen Maierhofen, dass kurzerhand zu einem Genießerstädtchen werden soll, sehr wohl gefühlt – ein schönes Urlaubsbuch, das einfach nur gut unterhält, dennoch aber auch durch aktuelle Themen zum Nachdenken anregt.

 

Vielen Dank an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

 

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