John Boyne – The boy in the striped pyjamas

Roman

 

Verlag: RHCP Digital 

Umschlaggestaltung:  

Umschlagabbildung:

ISBN 13: 978-1-409-09751-8

Seiten: 272 Seiten

Erschienen: 23.2.2010

Gelesen: 6/2015

 

 

Zum Inhalt

Der 9jährige Bruno zieht mit seiner Familie weg aus Berlin. Doch in „Out-With“ gefällt es ihm gar nicht: es gibt keine anderen Kinder, mit denen er spielen kann und überhaupt ist es an diesem Ort sehr trostlos. Bruno zieht durch die Gegend und lernt eines Tages den gleichaltrigen Shmuel kennen, der auf der anderen Seite eines Zaunes lebt und jeden Tag gestreifte Schlafanzüge tragen kann. Die beiden freunden sich immer mehr an, bis eines Tages Shmuels Vater verschwindet und Bruno beim Suchen helfen will.

 

Meine Meinung

Mir fällt diese Rezension sehr schwer, da ich sehr hohe Erwartungen an das Buch hatte, die aber leider nicht erfüllt worden sind.

Die Idee zur Geschichte gefällt mir nach wie vor gut. Nur hat mir die Umsetzung leider nicht gefallen. Es geht um den 9jährigen Bruno, der mit seinen Eltern nach „Out-With“ zieht, da sein Vater ein hoher SS-Kammandant ist. Bei seinen Streifzügen lernt Bruno den gleichaltrigen Shmuel kennen, der hinter einem Zaun lebt und immer einen gestreiften Schlafanzug trägt. Die beiden werden Freunde, bis eines Tages Shmuels Vater verschwindet und Bruno beim Suchen helfen möchte.

Das Buch ist geschichtlich nicht korrekt, und mir ist klar, dass es das auch gar nicht sein will; sein muss, um die Botschaft zu vermitteln. Dennoch aber wirkt die Geschichte auf mich so konstruiert, dass ich nicht in sie eintauchen konnte und sie mich auch kaum berührt hat. Ich lese gerne Bücher, die das Thema Holocaust behandeln und gerade Bücher, die Einzelschicksale schildern, lassen den Wahnsinn und die Sinnlosigkeit oftmals viel stärker spüren, als es Opferzahlen alleine zu vermögen können. Bei diesem Buch jedoch hat mich die Geschichte kaum packen oder gar berühren können.

Dabei ist die Atmosphäre sehr gelungen – stets kalt und trist ist die Stimmung im Buch, der Ort, wo Bruno nun lebt, ist alles andere als einladend und auch Brunos Gefühle sind stets traurig und lange ohne große Hoffnung auf Besserung. Das ändert sich erst, als Smuel ins Spiel kommt.

Das Buch ist aus Sicht Brunos geschrieben, der in einfachen Worten seine Gedanken und Beobachtungen äußert. Dass er dabei mehr als naiv wirkt, ist sicherlich gewollt. Er weiß nicht, wer Fury ist und ahnt auch nicht, was sich hinter dem Zaun verbirgt. Zwar passt Brunos Naivität in das Gesamtkonzept des nicht gewollt geschichtlich korrekten Romans, dadurch aber wirkte Bruno auf mich nicht authentisch oder glaubhaft. Dabei konnte ich manche seiner Gedanken gut nachvollziehen, dennoch aber ist er mir einfach nicht ans Herz gewachsen.

Dadurch, dass die Geschichte aus Sicht eines 9jährigen Jungen erzählt wird, ist die Sprache sehr einfach und auch im Original sehr leicht zu verstehen. Aus meiner Sicht kann man dieses Buch also auch lesen, wer sich im Englischen noch nicht so sicher fühlt.

Auch wenn mir die Umsetzung der Idee nicht gut gefallen hat, finde ich „The boy in the striped pyjamas“ ein wichtiges Buch, da es das Thema Holocaust einfach mal anders beleuchtet und gar nicht geschichtlich korrekt die schrecklichen Umstände schildern will. Vielmehr will es die Sinne schärfen, aufmerksam machen auf eine Gefahr, die jederzeit und überall schlummert, und jeden dazu auffordern, Zäune erst gar nicht entstehen zu lassen. 

 


 

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