Katherine Scholes – Die Sturmfängerin

Roman

 

Verlag: Knaur

Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München

Umschlagabbildung: wildlife

ISBN-13: 978-3-426-63823-1

Seiten: 430 Seiten

Erschienen: 1. Oktober 2007

Originaltitel: „The Stone Angel“

Übersetzerin: Margarethe van Pée

Gelesen: 7/2015

  

Buchrückentext

„Jahrelang hat sich die Journalistin Stella dagegen gewehrt, in ihre Heimat Tasmanien zurückzukehren. Zu bitter sind die Erinnerungen, die sie mit jener Bucht verbinden, in der sie einst aufwuchs. Doch da erreicht sie eine Nachricht, die ihr bisheriges Leben aus den Fugen geraten lässt: Ihr Vater William, ein Fischer, ist auf See verschollen. Stella muss sich den Dämonen der Vergangenheit stellen – gewährt ihr das Schicksal eine zweite Chance?“

 

Meine Meinung

Ich hatte keine großen Erwartungen, als ich anfing, „Die Sturmfängerin“ zu lesen, umso mehr habe ich mich gefreut, dass mich das Buch so packen und mitreißen konnte.

Erst dachte ich, es sei eine Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt, musste dann aber feststellen, dass dem nicht so ist – vielmehr beginnt die Geschichte im Jahr 1990, in dem Stella erfährt, dass ihr Vater, den sie Jahre nicht mehr gesehen hat, auf See verschollen ist, und in einem großen Rückblick auf die Jahre zuvor erfährt man als Leser die Gründe für diesen Kontaktabbruch. Natürlich schließt sich am Ende der Kreis, und die Fäden laufen in der Gegenwart wieder zusammen – und diese Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit hat die Autorin wirklich toll hingekriegt.

Ich sage vielleicht vorweg, dass es sich bei diesem Buch um eine Liebesgeschichte handelt, und man ahnt als Leser, worauf es hinauslaufen wird, dennoch aber hat mich die Autorin packen und fesseln können – und das lag vor allem an ihrem bildhaften Schreibstil, der angenehm zu lesen ist und viele Bilder vor meinem inneren Auge hat entstehen lassen. Mit farbenkräftigen Beschreibungen, die aber nie langatmig sondern - ganz im Gegenteil - lebendig sind und voller Energie stecken, hat sie mich in eine andere Welt entführen können. Oft ist die Atmosphäre magisch und prächtig, dann aber auch wieder melancholisch und bedrückend – und trotzdem hat bei mir am Ende das gute Gefühl im Bauch alles überwogen.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und machen interessante Entwicklungen durch. Stella, die Protagonistin war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn man zunächst nicht ahnt, was sich in ihrer Vergangenheit so schlimmes zugetragen hat und warum sie scheut, ihre Heimat zu besuchen. Nicht immer konnte ich ihre Handlungen verstehen und manches fand ich auch ein wenig unglaubwürdig – aber gerade in der Vergangenheit habe ich mit Stella sehr gefiebert und gelitten. Als Figur interessanter fand ich aber Stellas Vater William und die Beziehung zu seiner Frau: hier zeigt sich nicht nur, wie in den 60er Jahren Beziehungen gelebt wurden, sondern auch, was daraus entstehen kann – und dass aufrichtige Worte zur richtigen Zeit manches wirklich ändern können.

Auch wenn ich geahnt habe, was weiter geschehen wird und wie die Geschichte ausgeht, war ich gefesselt und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Ich habe die Lektüre sehr genossen und gebe daher gerne 5/5 Sternen.

 

Mein Fazit

Eine berührende Liebesgeschichte, die mich von der ersten Seite an gefangen genommen hat und mich durch den bildreichen Schreibstil und die Farbenpracht der Kulisse wirklich überzeugen konnte. Auch wenn die Geschichte im groben vorhersehbar ist, haben mich einige Wendungen doch überrascht. Vor allem die Charaktere haben mich überzeugt, weil sie gut gestaltet sind und interessante Entwicklungen durchmachen. Die Atmosphäre im Buch ist immer sehr intensiv und hat eine große Bandbreite - von romantisch-verliebt bis bedrückend–melancholisch. Am Schluss aber überwiegen ein gutes Gefühl im Bauch und die Freude an diesem berührenden Buch. 


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