Diana Gabaldon – Outlander – Feuer und Stein (Highland-Saga #1)

Zeitreiseroman, historischer Roman

 

Verlag: Knaur-Verlag

Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München

Umschlagabbildung: FinePic®, München

ISBN-13: 978-3-426-51802-1

Seiten: 1135 Seiten

Erschienen: 4. Mai 2015

Originaltitel: „Outlander“

Übersetzer: Barbara Schnell

 

Buchrückentext

„Schottland 1946: Die englische Krankenschwester Claire Randall verbringt mit ihrem Ehemann einen Urlaub in den Highlands. Eines Tages betritt sie neugierig einen alten Steinkreis und wird darin ohnmächtig. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich im Jahr 1743 – und ist von jetzt auf gleich eine Fremde, ein „Outlander.““

 

Meine Meinung

Vor gut 15 Jahren habe ich dieses Buch schon einmal gelesen – und fand es toll. Dieses Jahr wollte ich erneut in die Geschichte rund um Claire und Jamie abtauchen, da kam mir die Neuübersetzung und erstmals ungekürzte Ausgabe natürlich gerade recht. Ich war gespannt, ob mich die Geschichte wieder so begeistern kann – denn schließlich kann sich ja auch der Lesegeschmack mit den Jahren ändern -, und wie mir die Neuübersetzung gefallen wird. Das Cover des Buches hat mich auf jeden Fall direkt angesprochen und auch das Bonusmaterial, wie zum Beispiel ein Interview mit der Autorin zu der gleichnamigen Fernsehserie oder ihre Gedanken zur politischen Korrektheit einzelner Szenen oder den Inhalten der nachfolgenden Bände, fand ich sehr interessant und aufschlussreich.

Die Geschichte selber hat mir natürlich wieder gut gefallen. Claire Randall macht mit ihrem Ehemann im Jahr 1946 Urlaub in den Highlands. Ein Steinkreis übt eine ganz eigene Anziehung auf sie aus -  Claire wird in diesem „Craigh na Dun“ ohnmächtig und wacht im Jahre 1743 wieder auf – mitten in einem Kampf, dem sie nur knapp lebend entrinnen kann. Gut, dass sie rasch den jungen Highlander Jamie kennenlernt, denn der bringt sie erst mal in Sicherheit. Doch eigentlich will Claire ja so bald wie möglich zurück in ihre eigene Zeit, doch das ist gar nicht so einfach.

Es braucht ein bisschen, bis die Geschichte spannend wird und ich muss zugeben, dass ich sehnsüchtig auf den Moment gewartet habe, in dem Claire endlich in den Steinkreis und damit in das Jahr 1743 tritt. Denn die Erzählung im Jahr 1946 fand ich doch etwas dröge und langatmig. Dann aber wird es wirklich interessant – nicht nur wegen der Charaktere, die alle toll gestaltet sind, lebendig und authentisch, sondern auch wegen der tollen Beschreibungen über die Landschaft Schottlands und das Leben darin Mitte des 18. Jahrhunderts. Ich hatte – obwohl ich die gleichnamige Serie bisher nicht gesehen habe – alles genau vor Augen, konnte mir die Menschen und vor allem auch diesen besonderen Landstrich wunderbar vorstellen. Die Geschichte nimmt dann auch richtig an Fahrt auf, Claire gerät von einem Abenteurer ins nächste und natürlich spielt dabei auch Jamie eine große Rolle.

Jamie konnte ich gar nicht anders als sofort ins Herz schließen – nicht nur, weil er ein verwegener Highlander ist, sondern vor allem, weil er das Herz am rechten Fleck trägt, sich seiner selbst treu ist und sich für die Seinen einsetzt. Mit Claire hatte ich da schon mal eher meine Probleme – auch sie war mir zwar sympathisch, manchmal aber auch einfach zu vorlaut und selbstsicher, womit sie sich natürlich auch immer wieder Probleme einhandelte. Aber in der Geschichte tauchen noch viele andere Personen auf, manche auf ihre eigenwillige Art sehr sympathisch, manche aber auch abgrundtief böse und gemein. Und genau das hat die Geschichte so lebendig und fesselnd gemacht, so dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe.

Zwar war die Geschichte nicht durchweg spannend und gerade im Mittelteil gab es für mich dann doch die eine oder andere Länge, das letzte Drittel aber hat diese wieder wett gemacht, denn hier ist es wirklich spannend und packend – ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe mit Claire und Jamie gefiebert.

Das Buch lässt sich sehr leicht und flüssig lesen – vor allem wegen des eingängigen und sehr lebendigen Schreibstils. Natürlich war ich gespannt auf die neue Übersetzung und was sich eigentlich im Vergleich zur Alten geändert hat. Immer wieder habe ich einzelne Szenen und Absätze verglichen und muss sagen, dass mir die alte Übersetzung besser gefallen hat – sie ist einfach kompakter und kommt schneller auf den Punkt, ohne dass irgendetwas fehlt, während mir die neue oft etwas holprig und umständlich erschien. Ich habe dafür mal ein Beispiel rausgesucht, das vielleicht besser verdeutlicht, was ich meine:

 

Alt – Kapitel 22 Abrechnung

„Wir kamen nach Einbruch der Dunkelheit in Doonesbury an. Es war eine große Kutschenstation, glücklicherweise mit Gasthof. Dougal schloß schmerzlich die Augen, als er den Wirt bezahlte; es bedurfte einiger Münzen, sein Stillschweigen zu erkaufen.“ (Seite 369; ISBN 9783442451791)

 

Neu – Kapitel 22 Die Abrechnung

„Es wurde schon Nacht, als wir Doonesbury erreichten. Glücklicherweise war der Ort ein Haltepunkt für den Wagenverkehr, und es gab ein Gasthaus. Einen Moment schloss Dougal schmerzvoll die Augen, als er den Wirt bezahlte; es kostete einiges an zusätzlichem Silber sicherzugehen, dass er über unsere Anwesenheit schweigen würde.“ (Seite 509)

 

Die neue Übersetzung ist nicht schlecht, aber einfach nicht so flüssig zu lesen. Ich glaube aber auch, dass dies gar nicht auffällt, wenn man nicht einzelne Passagen miteinander vergleicht – ob es aber wirklich neue Szenen gibt, die in der alten Übersetzung nicht vorhanden war, daran habe ich ein wenig Zweifel. Denn immer wieder habe ich Absätze miteinander verglichen und nie hatte ich Probleme, diese in meiner alten Ausgabe zu finden. Ich glaube eher, die ca. 300 Seiten mehr in der neuen Ausgabe sind der wortreicheren Übersetzung und letztlich auch der Schriftgröße geschuldet.

Trotz meiner Kritik habe ich das Buch wirklich genossen und es war toll, Claire und Jamie wiederzutreffen, in eine andere Welt und Zeit einzutauchen und einfach die tolle Atmosphäre der Geschichte aufzusaugen. Da ich damals die Buchreihe nicht weiter verfolgt habe, bin ich nun umso gespannter, wie sie weitergeht – ich bin wirklich neugierig und warte sehnsüchtig auf den nächsten Band. Diesem hier gebe ich 4/5 Sternen.

 

Mein Fazit

Eine tolles Buch, das den Leser nach Schottland ins Jahr 1743 mitnimmt – mit vielen Abenteuern, aber auch Gefühl und Emotion. Jamie und Claire, die beiden Protagonisten, sind mir schnell ans Herz gewachsen, so dass ich mit ihnen gefiebert, gelitten und geliebt habe. Einige Längen im Mittelteil des Schmökers konnte ich wegen des rasanten und sehr spannenden letzten Drittels gut verschmerzen – lediglich die neue Übersetzung konnte mich nicht gänzlich überzeugen. Trotzdem bleibt die Geschichte einfach toll und ich warte sehnsüchtig auf den nächsten Teil. Diesem hier gebe ich 4/5 Sternen.

 

Highland-Saga

1. Feuer und Stein

2. Die geliehene Zeit

3. Ferne Ufer

4. Der Ruf der Trommel

5. Das flammende Kreuz

6. Ein Hauch von Schnee und Asche

7. Echo der Hoffnung

8. Ein Schatten von Verrat und Liebe

 

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